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Die Protokolle im Originaltext
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SchwachPerfekt 

Original-Protokolle der Verreibung des Kefirpilzes vom 26.01.09

P1:

C1

Mein Becken wird weit, wie eine Schale die empfängt die Sitzbeinhöcker sinken in das Kissen

Bild einer sanften Mutter, die liebevoll ihren Säugling im Arm hält und anlächelt, das Kind lächelt zurück und ist mit sich und der Welt vollkommen zufrieden.

Die Substanz macht mich weich, öffnet das mütterliche Herz.

P2`s Schaben klingt für mich härter, als P3‘s

Mein Herz wird groß und weit, Energie strömt in die Arme.

In mir sitzt etwas (Person, Energiefeld) das größer und aufrechter ist als mein Körper, sehr kraftvoll, achtsam, wach und sehr präzise, ganz klar.

Gefühl kleine Steine in der Schale zu haben.

Meine Energie wächst kontinuierlich, von innen nach außen, aus meiner Mitte, meinem Herzen heraus.

Ich gehe zurück bis an die Quelle, weit, weit zurück, bis an den Anbeginn der Erde, von dort wo ich komme bringe ich die Liebe für das Sein.

Ich ordne und transformiere negative Gefühle, die sich festgesetzt haben.

Ich schließe Zellen auf um sie empfänglich zu machen für ihre Urinformation, damit sie sich an ihre Liebe erinnern können.

Negative Gefühle umschließen die Zellen wie Hüllen, grenzen sie ab von ihrer eigentlichen Information, die in ihnen enthalten ist.

Habe das Gefühl, als erlebe ich dieses „Abgrenzen“ im Moment ganz körperlich, es wird mir kälter, das Energielevel sinkt. Ich fühle mich abgeschnitten von der Informationsquelle. Es ist wie wenn ich eine Schutzmauer um mich herum habe.

Wut steigt auf. Ich bin frustriert und gleichgültig.

Ich habe die Idee: „jetzt gemütlich hinlegen und einen Joint rauchen, wäre gut.“ (sonst völlig undenkbar für mich), bei dem Gedanken muss ich innerlich grinsen, das innere Lächeln verbindet mich wieder mit der Herzenergie.

Ach so ist das, denke ich: Auch die Gedanken können Hüllen sein, die die eigentliche Information einschließen.

Ich bin weich und ich mache weich, dadurch ist es leichter Grenzen zu öffnen, Erstarrtes aufzulösen.

Ich nehme einige Stellen in meinem Körper wahr, die im Moment nicht so weich sind und versuche ihnen Weichheit zu geben, das fühlt sich gut und richtig an.

Meine Aufmerksamkeit wandert zum Tun der anderen Verreiber, dadurch wird mir erst leicht schwindelig.

Meine Aufmerksamkeit verlagert sich noch mehr in den Raum, auch in Richtung Garten, und nach hinten (als ob ich nach hinten sehen könnte), aber alles ist gleichzeitig.

Nun öffnet sich auch der Raum über meinem Kopf.

C2

Meine Aufmerksamkeit wandert von außen auf den Boden der Schale.

Irgendwie bildet sich im Moment so etwas wie Sandkörner, das Reiben ist holprig. Mir fällt aber auf, dass sich die anderen Schalen genauso anhören, sie sind relativ laut.

„Was ist das nur für ein Krümmelzeug?“

Das Reiben ist im Moment wie das Fahren auf einer schlechten Straße, das macht mich etwas ungeduldig.

Ob mehr Kraftaufwand helfen würde, frage ich mich und probiere es aus.

Mehr Kraftaufwand erzeugt mehr Widerstand, das Reiben wird noch beschwerlicher.

Es kommt mir der Gedanke: „Die Substanz sagt mir ganz genau mit welcher Kraft sie behandelt werden möchte.“

Der Gedanke: „Es ist noch weniger als ich dachte.“ lässt wieder Energie in meinem Körper fließen, vor allem am Scheitelchakra.

Woraus resultiert Grobheit? frage ich mich.

Ist es, dass Kraft und Gegenkraft nicht zusammen passen und so entsteht eine Art Reibung?

Wodurch entstehen Widerstände?

Fühle mich im Moment etwas unwohl und unruhig.

Haben Widerstände etwas mit Abwehr zu tun?

Wenn ja, was wehre ich ab (beim Schreiben, passiert es mir immer wieder, dass ich einzelne Buchstaben auslasse und später einfüge)

Gedanke: „Ich wehre vermeintliche Feinde ab.“

Wer oder was sind diese „Feinde“?

Es sind Kräfte, die mit mir in Kontakt treten möchten, aber ich wehre erst einmal generell ab.

Kann ich das nicht spezifizieren?

Vielleicht ist ja auch etwas gut für mich......

Und wenn ich es mir genau anschaue, dann ist es so, dass ich entscheiden kann, mit wem oder was ich in Resonanz trete...

Nase kribbelt und läuft.

...und was passiert mit den anderen Kräften?

Sie treten zurück, wenn ich mich entschieden habe. Wenn ich unwillig bin (Widerstand leiste) mit dem Außen in Kontakt zu treten, so hilft mir die Substanz mich zu öffnen.

Ich fühle immer noch diesen „Unwillen.“

Es kommen Sätze wie:

-ich koche meine eigene Suppe

-was andere machen ist mir egal

-ich bin für niemand verantwortlich, außer für mich selbst -lasst mich doch alle in Ruhe Sehr eigenbrötlerisch, nah bei mir, aber eng.

Plötzlich habe ich das Gefühl ich rühre in einem kleinen Kraftwerk, es ist fast wie eine Explosion.

C3

Ich spüre eine große, langsame, craniale Welle in meinem Becken.

Der Gedanke an das Kraftwerk kehrt zurück, diese enorme Energie die dabei zu spüren ist, bringt mich fast an meine Belastungsgrenze.

Wie kann ich mit dieser Energie umgehen?

Ich denke an ein hyperaktives Kind, das seine Energie durch übermäßige Bewegung los wird.

Welche Möglichkeiten gibt es noch?

Vielleicht die Energie in eine Form bringen, z. B. Ton

Fühle ein Kratzen in den Bronchien, der Geruch von Milchzucker kitzelt in der Kehle. Es fühlt sich an wie eine allergische Reaktion, muss öfter husten.

„Ich mache gründlich sauber.“

Atem wird schwerer.

Ich fühle mich kraftlos, alles ist mühsam.

„Staub kribbelt in der Nase,“

Könnte ich frei atmen, ginge es mir besser.

Was heißt frei atmen können für mich?

Innen und außen sind eins, es findet ein uneingeschränkter Austausch statt. Ich nehme genau das, was ich brauche und gebe ab, was ich nicht brauche und bin so in Harmonie mit all meinen Bedürfnissen.

So kann ich wie ein Baby darauf vertrauen, dass ich genährt werde, wenn ich Hunger habe, dass ich schlafen kann, wenn ich müde bin und ich gewärmt werde, wenn mir kalt ist.

Es ist für alles gesorgt.

Folge deinen Impulsen, so wie du dem Impuls zu atmen ganz natürlich folgst, folge auch anderen Impulsen.

So entsteht Klarheit in deinem Sein.

Bei Zugabe des letzten Drittels von Milchzucker wird mir leicht schwindelig und flau im Magen (könnte auch Hunger sein, denn es ist

Mittagszeit)

Ich werde plötzlich müde und fange an zu gähnen.

Scheinbar sind nun alle Information „ge- oder erschöpt.“

Habe jetzt keine Lust mehr, fühle mich wie ausgequetscht.

Habe die Vorstellung einen Löffel Milchzucker in den Mund zu nehmen und male mir aus wie sich das anfühlen mag.

„Rien ne va plus“- Nichts geht mehr.

Ich gebe dir wieder einen Impuls, stoße das Pendel wieder an und versetze es in Schwingung.

P2:

C1

Gummiartige, knorpelige Masse

Die sich erstaunlicherweise sofort gut vermischen lässt

Darüber bin ich überrascht

„Warum zerquetschst Du mich?“

Beim 1. Schaben ist nichts mehr von der Substanz zu sehen

Hat sich komplett aufgelöst und ist eins mit dem Milchzucker geworden.

Sehr biegsam und anpassungsfähig.

Fühle eine angenehme Wärme im Oberkörper.

Kaltes Kribbeln in den Oberschenkeln und Oberarmen

Der Milchzucker lässt sich plötzlich nicht mehr sanft und ruhig verreiben, sondern hakt an einigen Stellen und zieht Schlieren in der Verreibeschale, das stört mich sehr, ich will wieder eine Einheit haben.

Ich bin sehr unzufrieden mit meiner Reibeoptik. (Anm.: bezogen auf den Milchzucker)

Verbissen schabe ich und versuche, die Ränder wieder glatt zu bekommen.

Mein rechtes Augenlid kribbelt und zittert leicht.

Schön, dass neuer Milchzucker hinzugekommen ist,

verbissen versuche ich, eine homogene Masse hinzureiben.

Ich werde böse mit Dir.

Es stört mich, dass der 4. Stuhl am Tisch leer geblieben ist. Ich empfinde die Runde als nicht komplett und nicht abgerundet. Es fehlt etwas. Wir sind nicht rund. Nicht eins.

Deine Weichheit vom Anfang wird zu Widerspenstigkeit.

Zähe Klumpen, mit denen ich zu kämpfen habe.

Es macht keinen Spaß, Dich zu verreiben und ich bin froh, wenn ich den Großteil von Deiner Masse abgeben kann.

Du nervst mich.

Ich reibe schneller, um Dich glatt zu kriegen.

Ich bin stärker als Du und sitze am längeren Hebel. (Anm.: Pistill!)

Ich werde ruhiger und langsamer und passe mich Deinem Tempo an. Ich reibe jetzt eher oben in der Schale, dort ist es weicher. Das tut gut.

Meine Nasenspitze ist eiskalt und piekst.

Jetzt bist Du mir aus der Schale gehüpft.

Du klebst sogar im Löffel und ich kriege Dich da nicht raus.

Mir kommen die Zeitintervalle viel zu kurz vor.

Habe kein Zeitgefühl mehr. Das gefällt mir gut. (Anm.: dass die Zeit schneller vergeht)

Meine linke Seite fühlt sich offen, verletzbar, angreifbar und kalt an.

Von rechts (P1) spüre ich eine sichere Wärme. Ich bin dankbar dafür.

P3 scheint sehr unruhig und unzufrieden. Sie kratzt sich überall.

Mich macht das ruhiger.

Sie tut mir Leid.

Ich habe das Gefühl, in Sibirien durch eiskalten Schneematsch zu stiefeln, meine Füße fühlen sich eiskalt und nass an, meine Nasenspitze ist ein Eisklumpen, ein blau-weißlicher Eisklumpen, an dem vorne ein Tropfen dranhängt.

Ich reibe schneller, damit meine Gedanken wieder warm werden.

Der Inhalt meiner Verreibeschale sieht wie eine Winterlandschaft aus.

Meine Hände sind feuchtschweißig und innen heiß, außen sind sie kalt, besonders die linke Handaußenfläche.

Ganz plötzlich fängt mein rechtes Nasenloch an zu laufen. Fühlt sich eiskalt an.

C2

Die Verreibegeräusche sind sehr laut und dröhnen in meinem Kopf.

Mein rechtes Auge tut weh. Fühlt sich an wie ein Geräuschdruck vom Ohr, der durch das Auge wieder raus möchte. Ich schaue gebannt in die Schale und versuche so, den Schmerz dort in die Masse hinein gleiten zu lassen. Dann kann ich ihn mit verreiben.

Ich habe Sehnsucht nach der Sonne. Fühle mich in dieser Winterlandschaft gefangen und erwarte den Augenblick, in dem die ersten Sonnenstrahlen warm und hell über die Berge scheinen und lange Schatten werfen. Ich kann diesen Moment spüren und sehen. Er ergibt einen beeindruckenden Kontrast zwischen hell und dunkel.

Das Schreiben fällt mir schwer, weil meine Handinnenfläche vom Reiben so verkrampft ist.

Ich habe trotzdem das Gefühl, schneller reiben zu müssen.

Die Substanz macht sich lustig über uns, sagt „Ihr kriegt mich nicht, so sehr Ihr Euch auch beeilt. Ich bin schneller. Ihr seid nur zu dritt. Ihr seid nicht komplett.“

Die Tischplatte unter meiner Schale ist geteilt, gespalten. Es stört mich, weil ich nicht weiß, gehöre ich nach links oder rechts. Mittig kann ich die Schale nicht draufstellen, weil sie dann wackelt. Es ist uneben. Ich muss mich entscheiden. Links ist besser.

„Ich bin gut für Kinder, die gern viel hüpfen. Lustige aufgeweckte fröhliche Kinder.“

ADHS?

Ich fühle mich ganz wackelig und aufgedreht.

Drehen Dich unsere Bewegungen der Verreibung auf?

Das Verreiben ist mühsam und es fühlt sich widerspenstig an.

Ich bin total in Eile und fühle mich gehetzt.

Mir wird schwindelig. Das Beobachten der Drehbewegungen ist anstrengend für die Augen.

Die Nase rechts läuft und kribbelt plötzlich.

Ich kann nicht mehr hinschauen.

In die Ferne zu schauen, tut gut und entspannt die Augenmuskulatur.

Mensch, Kefir, was machst Du mit uns und der Zeit?

Du treibst uns durcheinander und lässt keine Einheit entstehen. Dir werd ich es noch zeigen!

Hinterkopf und rechte Schulter kribbeln.

Meine linke Wade schmerzt.

Will mich bewegen.

Ich bin erschöpft und fühle mich unwirklich.

Ich hätte gern ein Pistill, bei dem der Durchmesser des Griffs dicker und handfreundlicher ist. Bin total verkrampft.

Unsere Geräusche klingen nicht rund, nicht harmonisch, nicht abgestimmt sondern uneins. Jeder für sich. Nervös, fahrig, ungeschickt. P3 lässt das Pistill fallen und ist ganz hektisch.

C3

P3 hat uns für die C3 eine gute Fahrt gewünscht.

Mein Steuerknüppel (Anm.: Pistill!) ist mir zu klein und zu dünn.

Fühlt und hört sich an wie Achterbahn fahren.

Die Schlieren sind wild durcheinander, sehen aus wie Spuren auf einer Eisbahn.

Muss gähnen, mein Körper wird müde, mein Geist ist nervös.

Meine Hand dreht Pirouetten mit dem Pistill in meiner Verreibeschale.

Die Masse ist immer noch so hartnäckig.

Werde immer ungeduldiger.

Ich schließe die Augen und es wird heller.

Mir wird warm dabei. Es fühlt sich gut an.

Auf meinem Gesicht hingegen spüre ich eine beißende Kälte. Wie vom Fahrtwind im Winter, wenn es schnell einen Berg runtergeht.

Ich habe Angst davor, dass gleich unter der Couch eine dicke schwarze Spinne hervorgekrochen kommt. Ich spüre schon ihre Schatten. Ich kann sie sehen, wie sie auf mich zukrabbeln. (Anm.: Ich habe normalerweise keine Angst vor Spinnen.)

Ich muss wohl wachsam und achtsam sein.

Ich fühle mich beobachtet und unsicher.

Die Zeit scheint jetzt langsamer zu vergehen.

Ein Angstknäuel macht sich in meinem Bauch breit.

Mein Herzschlag geht schneller. Ich fühle mich panisch und möchte fliehen.

Endlich, nach der letzten Zugabe des restlichen Milchzuckers ruhigere Verreibegeräusche. Das beruhigt mich und tut gut.

P3 ruft `Ach`, ich bin völlig erschrocken und ängstlich.

Was ist passiert? Ist ihr eingefallen, dass sie vergessen hat, unter der Couch zu saugen?

Dieser Gedanke amüsiert mich, mein Herz schlägt aber doch wieder schneller und mein Blick wird immer wachsamer und ich beobachte meine Umgebung ganz genau, besonders den Fußboden.

Meine Finger sind schweißig und mir wird heiß.

An der Decke befinden sich keine Spinnweben. Das beruhigt mich.

Je länger ich ruhig reibe, umso beruhigter werde ich wieder. Mein Herzschlag wird wieder normal.

Die Angst ist verschwunden.

P3:

C 1

(Viele Gedanken, fühle mich undurchlässig dadurch).

Ich denke: Verrieben werden ist ein Sterben - dadurch wird der Geist frei, dass die Materie stirbt. Sterbe bevor du stirbst. Jeden Augenblick.

Ich schaue in die Schale und denke, das ist das Bett, in dem der Kefir stirbt, um sein Wissen preiszugeben. Er gibt sich hin. Auch ich kann mich hingeben, um zu empfangen. Ohne Hingabe gibt es kein wahres Geben und Empfangen.

Dieses Sterben in diesem Reiben ist wie ein Wirbel, der immer tiefer führt.

Hinein, hinein, immer tiefer in mich hinein, in die Erfahrung. Ich merke, dass ich nur nach unten schaue, mag den Kopf nicht heben, um aufzuschauen oder umzuschauen.

Ich empfinde meine Stimmung und die um mich her als sehr in mich/sich versunken.

Wieder sehe ich ein Sterbebett vor mir. Nicht ein leidvolles, sondern eines, in dem Hülle um Hülle fällt, ein Öffnen, ein nackt Werden. ein wahr Werden, frei von der äußeren Form. Ein Offenbaren.

Und gleichzeitig eine Verschlossenheit, die mich zwingt, die Augen nieder zu schlagen. Aufblicken – das versuche ich, aber es hält nicht stand dieser Enthüllung. Ist es Scham? Eher ein Schutzbedürfnis. Als könnte ich oder müsste ich etwas schützen durch das Niederschlagen der Augen, durch das mich in mich hinein Krümmen.

Ich vergesse die Zeit, komme in Trance. Es riecht süß, angenehm. Wie Kindergeburtstagstorte mit Creme.

Eine Traurigkeit überkommt mich. Wie beim Verlust eines guten Freundes. Als sei ein geliebter Mensch gestorben.

Möchte alles vergessen. Nur versinken. Auf die Zeit zu achten, erfordert eine extra Aufmerksamkeit.

Die Schale ist eine jungfräuliche Schneelandschaft kurz vor dem Sonnenaufgang. Ich erwarte das Hereinbrechen ihrer Strahlen. Ihr Licht wird eine Botschaft bringen, eine bestimmte Qualität, einen ganz bestimmten Glanz. Welche ihrer Möglichkeiten wird es an diesem Tagesanbruch sein?

Es jucken meine Unterarme und meine Kopfhaut, es kam ganz plötzlich.

Erwartung des beginnenden Tages. Tages-An-bruch, was für ein treffendes Wort.

Das Jucken verstärkt sich.

Ich denke an Lac sac, der all das für uns trägt, wie der Schnee die Reflektion des Sonnenlichtes.

Erfahren statt mich kümmern (ein mir bekanntes altes „Symptom“). Wie weit, unendlich gut, weit. Ich habe die Zeit übersehen. Sie vergeht schnell. Es war wie ein Zeitsprung, als ich bei der Empfindung von „weit“ war.

C2

Das Jucken, das in der Pause verschwunden war, kehrt zurück, an verschiedenen Stellen des Körpers.

Ich sehe wieder die weiter, stille, glitzernde Schneefläche. Sie bewirkt bei mir stille, zufriedene dankbare Freude. Sie ist so rein und schön. Das Gegenteil wäre Verschmutzung, Chaos, respektlose Zerstörung der natürlichen Schönheit.... schon wieder habe ich die Zeit übersehen. Sie vergeht schneller und vor allem verliere ich mich in der Zeitlosigkeit.

Ich denke an Umweltzerstörung und den Schneeleoparden von Aimatow. Dabei habe ich ständig die weiße, reine, unberührte Schneelandschaft im glitzernden Sonnenlicht vor Augen. Frieden. Ich frage mich, ob um die Ecke Gefahr lauert. Es könnte plötzlich eine Armee hereinbrechen.

Das plötzliche Hereinbrechen ist ein Punkt. Die Armee wird plötzlich um die Ecke biegen, in Nullkommanix alles zerstören haben und zerstört zurücklassen, wieder weg sein. Und da kann man nichts tun. Vorher Stille, plötzliches hereinbrechen, dun wieder Stile. Davor bin ich fassungslos, stumm.

Druck auf den Schläfen.

Ich denke an ein stürmendes, reitendes Nomadenvolk. Dschingis Khan über Steppe dun Schnee reitend. Lärmende, wilde, unbärdige Horden, die ins Land vordringen, schnell und stürmisch.

Der Druck in den Schläfen ist weg.

Jetzt ist der Druck im Kiefer, Unterkiefer vor allem.

Inzwischen rast die Zeit. Sie rast an mir vorbei in einem Tempo wie die wilden Horden. Das ist das Gefühl, wenn man sagt: Das Ereignis ist über mir hereingebrochen. Das geht so schnell, dass man gar nicht reagieren kann. Man steht vor der Verwüstung oder den Folgen, wenn es schon passiert ist.

Etwas Milchzucker spritzt aus der Schale. Einfach passiert. Mir fällt auf, dass ich weniger bedacht reibe, nehme es nicht so genau.

(Auch die Verabredung zu dieser Verreibung war schnell, spontan, kurz entschlossen).

Mir wird jetzt eine Ungeduld in mir bewusst, es schnell hinter mich zu bringen. Ist eh gleich vorbei. Auch die Zeit vor mir erscheint mir kurz.

Jetzt bin ich müde, möchte nur noch schlafen und im Traum in das weiße Land der reinen Stille zurückkehren. Jetzt verstehe ich, wieso Schamanen Pilze nehmen. Es ist die Rückkehr in das weiße reine Licht-Land der Seele. Das Gegenteil des Lärms der Welt ist diese Weite reine lichtvolle Stille, das offene Feld, in das das Leben einbricht. (Es würde mich nicht wundern, wenn der Mythos des Kefirs mit einem weißen Königreich zu tun hätte.)

Plötzlich höre ich ein Geräusch vor der Tür. Ich erschrecke und meine, jemand sei ins Haus gekommen. Ich schaue zur Tür, Aber es kann ja keiner herein gekommen sein. Dann merke ich erst, es ist das Knarzen des Tisches, das ich gehört hatte.

Ich denke: vor zweihundert Jahren wären wir – wenn man uns so schweigend verreibend von draußen durch das Fenster beobachtet hätte – als Hexen verbrannt worden.

Der Kratzlöffel fällt mir hin. Ich zucke zusammen. Meine Bewegungen sind fahriger, eiliger als sonst.

C 3

Ruhe breitet sich in mir aus. „Im reinen Land verweile ich“ – mir fällt das Lied von Thich Nhat Hanh ein. Plötzlich sehe ich die Nachbarskatze durch meinen Garten gehen, bewege den Kopf ruckartig zum Fenster. Ich finde diesen Zustand stressig, aus dem Frieden immer wieder herausgerissen zu werden durch plötzliche äußere Eindrücke. Das ist mir sonst fremd.

Ich sehe den Kefir auf dem Tisch vor mir und finde es seltsam, ihn anzuschauen, denn er ist so sehr in mir, ein Teil von mir, vielmehr ich eine Teil von ihm. Die sichtbare Trennung auf dem Tisch entspricht nicht dem Gefühl ganz ineinander eingefangen zu sein, eingenommen zu sein.

Was mich auch sehr stört, ist dass ich immer wieder den Eindruck habe, dass Geräusche von außen herein kämen, die in Wirklichkeit im Raum sind. Denn was von Außen kommt, fühlt sich störend an, erschreckt mich, lässt mich an störende gefährliche Eindringlinge denken.

Und wieder kenne ich mich in der Zeit nicht aus, bin verwirrt.

Ich sehne mich nach dem reinen Land, wo es diese Verwirrung nicht gibt. Ich frage innerlich den Kefir danach und erhalte die Antwort: dieses Land gibt es so nicht. Das ist eine Illusion aus der Sicht der Dualität. Es ist ein Kampf, ein Kräftemessen in mir. Von der Mitte aus will sich das reine Land ausbreiten, von außen kommen die schwarzen Krieger. Wer erobert mehr Fläche? Aber wie lautet die Lösung? Der Kompromiss, die friedliche Koexistenz? Durchmischt sich rein und unrein, so enthält, alles Unreine auch die Reinheit und alles Reine enthält auch die Unreinheit. Dann löst sich die Definition Rein-Unrein auf. Es ist , was es ist. Alles in Allem, Die Liebe im Leiblosen, die Lieblosigkeit in der Liebe. Yin in Yang, Yang in Yin.

Wieder die plötzliche Bewegung der Katze.

Wieder ein Druck auf den Schläfen. Ich mache da irgendetwas mit meiner Zunge, dass diesen Druck im Kopf entstehen lässt.

Plötzlich klingelt das Telefon. Es ist als ob es in meinem Kopf klingelte. Sehr unangenehm, wie das, was draußen ist, in mich eindringt, so plötzlich. Und wieder hastet plötzlich die Katze vorbei.

Ich werde etwas ungehalten, ärgerlich.

Es juckt. Schön langsam wird es mir zu viel. Ich will wieder zurück in meinen eigenen Zustand, wo ich nur ich, nur mit mir bin. Das fühlt sich nicht wie Begegnung an, sondern als hätte der Kefir mein Erleben übernommen, Besitz von mir genommen.

So muss sich das anfühlen, wenn man sagt, eine fremde Macht hat von mir Besitz genommen, Dieses Gefühl, übernommen zu sein, das kann ich nicht loswerden, denn es ist alles so durchmischt. grau und weiß sind nicht fein säuberlich in Lagen auseinander zu nehmen. Dabei ist das unangenehme wie eingesaugte Blutegel möchte ich es rausreißen, aber es geht nicht. Ich bräuchte en Lichtdusche durch mich durch , um mich zu reinigen. Die gleißenden Strahlen der Sonne über einem Schneeberg. Sonne, Licht, Licht – das ist meine Sehnsucht.

Ich denke es reicht. Denke: Ami go home; Kefir ade.

 
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