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Die Wilde Karde – Dipsacus fullonum
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Dieses Verreibungs-Protokoll besteht insgesamt aus 4 Teilen:
1. Allgemeine Informationen über die verriebene Substanz
2. Die Zusammenfassung der Verreibungs-Erfahrungen
3. Die Protokolle nach Ebenen und Themen der Symptome sortiert
4. Die Protokolle im Originaltext

 

1. Die Wilde Karde – Dipsacus fullonum

Dokumentation einer C3-Verreibung vom 15.11.2008

Substanz

Dipsacus fullonum, 2. Vegetationsjahr, 1 Teil Wurzel, 1 Teil Blatt, 1 Teil Blütenstand und Samenkorn

Verreibungsdatum 15.11.2008
Personen 4 Personen = 3 weibliche, 1 männliche
Verreibungsstatus Prüfer 1 + 3 blind, Prüfer 3 + 4 unblind
Leitung Susanna Boldi-Labusga  www.boldi-labusga.de



Wilde Karde, Dipsacus fullonum Wilde Karde, Dipsacus fullonum, Blütenstand 
Quelle: www.wikipedia.de


Zur Pflanze

Familie: Dipsacaceae – Kardengewächse
Gattungen: Karde (Dipsacus fullonum, D. sylvestris und D. sativus)
Kopfblume (Cephalaria)
Teufelsabbiß (Succisa)
Witwenblume (Knautia)
Skabiose (Scabiosa)

Namen

Der Name Dipsacus leitet sich aus dem Altgriechischen, dipsa = Durst, ab und bezieht sich auf die einjährigen Blätter der Wilde Karde, welche derart zusammen gewachsen sind, dass sie eine Art Sammelbecken für Regenwasser bilden. 
Im volkstümlichen Sprachgebrauch wird die Karde auch Abbebis, Abbisskraut, Ackerskabiose, Igelkopf, Immerdurst, Kardätschendistel, Kämme, Kratzkopf, Krempeltestel, Raukarde, Satanswurz, Strähl, Teufelsabbiss, Teufelswurz, Tuchkart, Venusbecken, Walkerdistel, Weberdistel, Weber-Karde oder Wilde Karde genannt.


Habitat

Die Karde ist in Europa sowie im Mittelmeergebiet, in Nordafrika sowie in Süd- und Ost-Asien beheimatet. Die zweijährige Pflanze wächst überall dort, wo sie stickstoff- und kalkreichen, feuchten Boden findet: Auf Schuttplätzen, Bahndämmen, an Wegrändern aber auch an Ufern und Weiden. Immer häufiger finden wir die Karde auch an den Grünstreifen neben vielbefahrenen Straßen. 


Form

Die Karde sieht aus wie eine Distel, ist es aber nicht, sondern gehört in eine eigene Pflanzenfamilie.
Im Frühsommer des ersten Jahres wächst eine Blattrosette mit länglichen, hellgrünen Blättern, die gegenständig, d.h. paarweise um 90° versetzt, wachsen. 
Im zweiten Jahr wächst aus der Rosette ein Stängel, der über zwei Meter hoch werden kann. Am Stängel, und mit ihm verwachsen, entwickeln sich jeweils noch zwei lange Blätter, die an der Anwuchsstelle eben jenes Sammelbecken bilden. 
Unter den Dipsacaceaen sind die Karden die Einzigen mit Stacheln, an Stängel und Blüten. 
Bei der Weberkarde (Dipsacus sativus) eine Zuchtform, die sich hier und dort naturalisiert hat, sind die Hochblätter kürzer als die Ähre und häkchenförmig gebogen.


Die Blüten, welche walzen- oder kugelförmige Ähren bilden, stehen in der Achsel dorniger Tragblätter. Sie sind ähnlich den Korbblütlern aus zahlreichen stiellosen eng zusammenstehenden kleinen Blüten zusammengesetzt. Im Unterschied zu den Korbblütlern sind die Staubblätter jedoch nicht zu einer Röhre vereint, sondern ragen frei aus der Krone heraus. 
Die Blüten beginnen zuerst grün, dann violett zu blühen. Die kleinen Blüten auf dem Blütenkopf bilden zuerst einen Ring in der Mitte, der sich dann in zwei aufteilt, von denen einer nach oben hin und er andere nach unten hin wandert.


Nutzung

Schon in der Eisenzeit wurden die getrockneten, stacheligen Blütenköpfe zum Aufrauen und dadurch Abdichten von gewebten Tüchern zweckentfremdet. Noch bis ins 20. Jahrhundert wurden sie zum vorbereitenden Kämmen (Karden) der ungesponnenen Wolle benutzt. Der Ausdruck „kardieren“, d.h. krempeln der Wolle, kommt von der Karde, die man im Übrigen auch heute noch bei der Feinbearbeitung der Wolle zu diesem Zweck benutzt. Die Stacheln der Blütenköpfe sind fest und elastisch zugleich, weswegen sei die Wolle kämmen ohne sie zu ruinieren.


Phytotherapie

In der Volksheilkunde bei Rhagaden und Fissuren. (Rhagaden = Hautschrunde oder kleiner, 'glatter' Einriss der Haut oder Schleimhaut. Die häufigsten Lokalisationen dieser Risse sind die Lippe.
In der Naturheilkunde wird von der Pflanze aufgrund ihrer Inhaltsstoffe, Saponine, Gerb- und Bitterstoffe, die Wurzel verwendet und als Tee, Tinktur, Bad oder Umschlag eingesetzt. Ihr werden antibakterielle, entgiftende, blutreinigende, harn-, galle- und schweißtreibende Eigenschaften zugesprochen. Angewendet wird sie, um das Immunsystem zu stärken, bei Verdauungsschwäche, Magen- und Gallenschwäche, Rheuma, Gicht, Arthritis, Ödemen, Kopfschmerzen, Hautkrankheiten, Furunkeln, Flechten, Akne, Warzen, Fingerwunden und sogar zum Bleichen von Sommersprossen. 

Bei den Chinesen ist die Karde besonders zur Behandlung bei Leberschwäche bekannt.

In der Neuzeit wird die Karde als Alternative in der Behandlung von Borreliose genannt. Insbesondere Wolf-Dieter Storl, Borreliose natürlich heilen, AT-Verlag, 2007.

Die offiziellen, medizinischen Drogennamen sind Succisa Herba und Succisa radix.


Zubereitungen

Die Tinktur wird am besten aus der frischen geernteten Wurzel hergestellt. Drei Wochen sollte man sie ziehen lassen, bevor man sie abseiht. Man nimmt sie Tropfen- oder Teelöffelweise ein.

Aus der Kardenwurzel kann man auch einen Tee zubereiten. Pro Tasse kocht man einen Teelöffel der zerkleinerten Wurzel kurz auf.

Äußerlich kann man Abkochungen aus der Kardenwurzel oder die verdünnte Tinktur gegen verschiedene Hautkrankheiten verwenden.


Sammeltipps

Die Wurzel der Karde gräbt man am besten im Herbst des ersten Jahres oder Frühjahr aus.
Entweder trocknet man sie zügig, möglicherweise bei knapp 40°C im Backofen, oder man setzt aus der frischen Wurzel eine Tinktur an, wie weiter oben beschrieben. Nach der Blüte wird die Wurzel holzig und enthält weniger Wirkstoffe. 


Antroposophische Pflanzenbetrachtung

Die zweijährigen Pflanzen haben einen besonderen Charakter, der das System der einjährigen Pflanzen umgereift und darüber hinaus geht: Man sieht in Ihnen nicht nur das Abbild der untersonnigen Planeten Mond Merkur, Sonne und andeutungsweise der Venus, auch den Bereich der obersonnigen Aspekte, v.a. des Mars mit seinem zweijährigen Rhythmus (Umlaufzeit 2 Jahre und 50 Tage)

Bei den Kardengewächsen entwickeln sich die vielen Einzelblüten eines Köpfchens eng gedrängt wie in einem schalenartigen Kelch einfacher Blätter, Hochblätter. Die enge Blüte zeigt – wie bei den Korbblütlern – einen engen Gestaltungsspielraum. Sie sind zu einer höheren Einheit zusammengeschlossen. 
In ihnen schaut man auf eine stärkere Offenbarung der obersonnigen Planetenwelt. Das Blühen ergreift sie mit einer solchen Intensität, dass die sonst weit in die Blütenregion hinauf gerichteten Stängel und Blätter in ihrer Entfaltung gehemmt werden. Beim Erblühen wird das Köpfchen weit über die Region der Laubblätter in die hochsommerliche Licht und Wärmewelt hinaufgetragen. Dort wenden sich dann die blauen und lilafarbenen Blüten nach allen Richtungen des Himmelgewölbes


Geschichte

Insgesamt ist die Karde als Heilpflanze noch wenig bekannt.
Deshalb wird die Kontrollbehörde der Schweiz, die "Swissmedic" die wilde Karde vermutlich nicht in ihre Liste aufnehmen, da sie keine Monographie als europäische Heilpflanze besitze. Dadurch wird sie dort ab Ende 2009 bei Heilmittel-Herstellern nicht mehr verfügbar sein können.

Die Karde ist speziell von Wolf-Dieter Storl aufgrund seiner Ethnomedizinischen Kenntnisse und eigener Erfahrung als eine der wichtigsten Heilmittel der Borrelliose genannt. (Storl, Borreliose natürlich heilen, AT-Verlag). Seine Beschreibungen der Heilwirkung von der Karde sind jedoch umstritten, haben sogar zu einer abwehrenden Haltung bei konventionellen Medizinern geführt.


Homöopathie

Die feindseligen Berichte und das drohende Verschwinden der Karde von anerkannten Heilmittel-Listen lassen vermuten, dass diese Pflanze miasmatisch in der Nähe des Leprösen Miasmas liegt, eine Unterdifferenzierung des Syphilitischen Miasmas, in welches Wolf-Dieter Storl die Karde einordnet. 

Da unsere Verreibung Gelenkschmerzen und Schwächesymptome zutage brachte und auch andere Botschaften und Empfindungen der Verreibung Anlass zu der Vermutung geben, dass die Karde einen Bezug zu den bei Borrelliose bekannten Symptome haben könnte, wäre es sehr interessant, weitere Erfahrungen mit der Pflanze zu sammeln und vor allem eine homöopathische Arzneimittelprüfung zu machen, die es bisher nicht gibt.

Das homöopathisch Mittel Dipsacus sylvestris (fullonum) ist bei Remedia und Helios erhältlich.


Quellen:

Pflanzenlexikon Bd 5, rororo, 1972
Apotheker M. Pahlow, Heilpflanzen, Gräfe und Unzer
Kranich Michael, Die Formensprache der Pflanzen, Fischer Verlag, 1983
http://www.awl.ch/heilpflanzen/dipsacus_fullonum/index.htm
http://www.naturheilkundelexikon.de
http://www.heilkraeuter.de/lexikon/karde.htm
http://www.swr.de/gruenzeug/-/id=100758/nid=100758/did=3061110/jsboyo/index.html
Wolf-Dieter Storl, Borreliose natürlich heilen, AT-Verlag, 2007
http://www.news4press.com/1/MeldungDetail.asp?Mitteilungs_ID=273466
wikipedia und wicommons

 
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